Stormdancer – Der Lotus Krieg Band 1
Man nehme die japanische Kultur, setze dies in ein Steampunk-Thema bzw. Dieselpunk-Thema, mische dies mit einer jungen Protagonistin und lasse dies für ca. 14 Stunden gut köcheln. Dabei herauskommt Stormdancer – Der Lotuskrieg Band 1 erschienen bei Cross-Cult.
In dem ersten großen Werk von Jay Kristoff, welches nun auf Deutsch verfügbar ist. Werden wir in eine kaputte Welt geworfen, in der Gildenmeister in mächtigen mechanischen Panzern den Lotus kontrollieren. Und ein verrückter und machtbesessener Shogun auf dem Thron sitzt, der das Land mit eiserner Faust führt.

Die junge Heldin Yukiko wird mit ihrem Vater, einem erfahrenen und legendären Jäger, auf eine aussichtslose Mission, von ihrem Herren, dem Shogun von Shima, geschickt. Sie sollen einen Greifen bzw. Donnertiger finden und fangen. Und das in einem Land in dem durch den Anbau von Blutlotus die natürliche Flora und Fauna weitestgehend ausgerottet wurde. Das Unterfangen gelingt, doch der Preis ist schrecklich hoch. Unsere Heldin muss sich einem mächtigen Regierungsapparat stellen, um ihres und das Leben ihrer geliebten Personen zu retten.
Ein langer Weg
Das Thema hatte mich ganz schnell gefesselt und so freute ich mich darauf, das Buch vorgelesen zu bekommen. Wobei es sich hier auch um ein älteres Werk handelt, immerhin gute 9 Jahre hat das englische Original schon auf dem Buckel. Aber was solls, gute Bücher sind eh zeitlos. Leider gilt dies nicht wirklich für Stormdancer – Der Lotus Krieg Band 1. Gefühlt die Hälfte des Buches ist sehr langatmig und zieht sich. Der Autor schmeißt mit Begriffen und Personen um sich, die einem Kulturkreis entstammen, der für mich einfach dann ne Nummer zu fremd war. Was ein Katana ist, bekomme ich noch zusammen. Aber wenn es dann um die unterschiedlichsten Ausführungen geht, wie Daito, Tanto und ähnliche Schwerter. Dann verliere ich als Leser irgendwann den Überblick und das Interesse.
Gott sei Dank nimmt das Buch ab der zweiten Hälfte deutlich an Fahrt auf und die Ereignisse scheinen sich nur so zu überschlagen. Was der Story wirklich gut tut. Allerdings tritt der Autor immer mal wieder auf die Bremse und gerade wenn ich dachte, jetzt geht es ab, kommt es zu einem abrupten Stop und alles scheint wieder vor sich hin zu dümpeln.
Junge Heldin unterwegs
Ein anderes Problem habe ich einfach mit der Protagonistin. Hier wird wieder und das sehe ich mal als Problem der damaligen Zeit an auf eine doch arg junge Heldin gesetzt. Mit 16 Jahren ist es wieder eine klassische Jugendliche, die sich gegen ein übermächtiges Imperium aufbäumt. Dies gab es schon in so vielen Romanen, dazu noch eine aus meinen Augen lächerliche Liebesstory, die scheinbar irgendwie da rein musste, weil es ja eine heranwachsende Frau ist, tat der Story auch nicht gut. Hier hätte ich es aus meiner Sicht besser gefunden, wenn Yukiko einfach noch ein paar Jahre älter gewesen wäre.
Die Hörspiel-Fassung ist wirklich gut gelungen und die Sprecherin fängt die Stimmung der einzelnen Akteure wirklich hervorragend ein. Da hat das Zuhören sehr viel Spaß gemacht, bei solch einer professionellen Produktion.
Fazit
Fazit: Leider braucht Stormdancer – Der Lotus Krieg Band 1 unheimlich lange, bevor etwas passiert. Dennoch gelingt es dem Autor, die Spannung und die Welt so aufzubauen, dass ich mit Spannung auf den zweiten Teil warte. Auch wenn es vom Thema her wieder eine junge Protagonistin ist, die die Welt retten soll.
Mein Lieblingszitat:
„Frauen scheinen in dieser Stadt, in diesem ganzen Inselreich nicht besonders wichtig zu sein. Wir führen keine Heere an. Wir besitzen kein Land. Wir kämpfen nicht in Kriegen. Männer erachten uns lediglich als hübschen Zeitvertreib. Glaub nicht, dass wir deswegen machtlos sind. Unterschätze niemals die Macht, die Frauen über Männer haben.“